Balkonkraftwerke – Ihr Teil zur Energiewende
Balkonkraftwerke machen die Energiewende für nahezu jeden Haushalt greifbar. Die kompakten Solaranlagen ermöglichen es Mietern und Eigentümern, eigenen Solarstrom zu erzeugen, die Stromkosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Erfahren Sie jetzt mehr über Balkonkraftwerke, ihre Funktionsweise und was Sie bei der Anschaffung beachten sollten!
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk, oft auch als Steckersolaranlage, Mini-PV oder Plug-In-PV bezeichnet, ist eine kleine Photovoltaikanlage, die zur Erzeugung von elektrischem Strom für den Eigenbedarf verwendet wird. Das kleine, baufertige Solarpanel kann z. B. am Balkongeländer montiert werden. Aufgrund der kleinen Anlagengröße besitzt die Mini-PV eine geringe Leistung und produziert weniger Strom im Vergleich zu großen Anlagen.
Grundsätzlich gelten Steckersolargeräte mit einer Wechselrichterleistung von maximal 800 VA und einer angeschlossenen Modulleistung von bis zu 2.000 Watt Peak als Balkonkraftwerk bzw. Steckersolargerät. Anlagen oberhalb dieser Grenzen werden in der Regel wie klassische Photovoltaikanlagen betrachtet und müssen entsprechend geplant, installiert und angemeldet werden.
Ein Balkonkraftwerk besteht aus einem oder mehreren Solarmodulen, einem Wechselrichter, einem Anschlusskabel für die Niederspannung und einem Stecker zur Verbindung mit dem Endstromkreis sowie optional einem Speicher.
Technische Anforderungen
Die aktuellen gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass Balkonkraftwerke mit einer Wechselrichterleistung von bis zu 800 VA vereinfacht genutzt werden können. Dieser Wert bezieht sich auf die Anschlussleistung, die der Wechselrichter an das Haus- bzw. öffentliche Stromnetz abgibt. Die Leistung der angeschlossenen Solarmodule darf höher sein, aktuell bis zu 2.000 Watt Peak. Wichtig ist jedoch: Der Wechselrichter selbst muss für die vereinfachte Nutzung die zulässige Grenze einhalten.
Für die technische Sicherheit ist insbesondere die DIN VDE V 0126-95 relevant. Sie beschreibt Anforderungen an Steckersolargeräte als Gesamtsystem. Je nach Ausführung sind unterschiedliche Anschlussvarianten möglich. Bei kleineren Systemen kann unter bestimmten technischen Voraussetzungen ein geeigneter Haushaltsstecker verwendet werden. Bei höheren Modulleistungen und speziellen Anschlusslösungen ist eine Prüfung bzw. Installation durch eine Elektrofachkraft sinnvoll oder erforderlich.
Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?
Der über die Solarmodule produzierte Gleichstrom wird über den Wechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom umgewandelt. Dieser wird dann über einen Stecker in das Haushaltsnetz eingespeist. Die im Haushalt angeschlossenen Geräte nutzen diesen Strom zuerst.
Installation einer Mini-Solaranlage
Der große Vorteil eines Balkonkraftwerks ist seine vergleichsweise unkomplizierte Inbetriebnahme. Viele Mini-Solaranlagen sind steckerfertig aufgebaut und können mit überschaubarem Aufwand genutzt werden, sofern Steckdose, Stromkreis, Montagefläche und Befestigung dafür geeignet sind.
Für eine optimale Nutzung sollten die Solarmodule möglichst sonnig, verschattungsarm und standsicher montiert werden. Häufig ist eine Ausrichtung nach Süden mit einem Neigungswinkel von etwa 30 bis 40 Grad besonders ertragreich. Auch Ost- oder Westausrichtungen können sinnvoll sein, wenn der Strom eher morgens oder abends verbraucht wird. Prüfen Sie vor der Installation immer die Eignung der Anbringungsfläche, das Gewicht der Anlage, die Windlast und die Befestigung. Bei Unsicherheit sollte eine Fachkraft hinzugezogen werden.
Stromausbeute
Die Stromausbeute des Balkonkraftwerks hängt maßgeblich von Standort, Ausrichtung, Neigungswinkel und Verschattung ab. Ein gut ausgerichtetes 800-Watt-Balkonkraftwerk kann je nach Bedingungen mehrere hundert Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Im Sommer sind an sonnigen Tagen deutlich höhere Tageserträge möglich als im Winter. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde kann ein Balkonkraftwerk die Stromkosten spürbar senken. Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch davon ab, wie viel des erzeugten Solarstroms direkt im Haushalt verbraucht wird. Dauerhaft laufende Geräte wie Kühlschrank, Router oder Stand-by-Verbraucher können dabei einen Teil des erzeugten Stroms direkt nutzen.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Balkonkraftwerke
Vor der Anschaffung eines Balkonkraftwerks sollten Sie sich ausreichend mit den relevanten rechtlichen Vorgaben auseinandersetzen. Steckersolargeräte mit einer Wechselrichterleistung von bis zu 800 VA und einer Modulleistung von bis zu 2.000 Watt Peak profitieren von vereinfachten Regelungen. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist in der Regel nicht mehr erforderlich. Die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur bleibt jedoch notwendig.
Des Weiteren gilt seit 2023 nach §12 Abs. 3 UStG für alle Komponenten einer Photovoltaikanlage mit weniger als 30 kWp eine ermäßigte Umsatzsteuer von 0 %.
Für Mieter und Wohnungseigentümer ist wichtig: Steckersolargeräte zählen inzwischen zu den privilegierten baulichen Veränderungen. Das bedeutet, dass die Installation grundsätzlich verlangt werden kann. Vermieter oder Eigentümergemeinschaften dürfen die Anbringung nicht ohne sachlichen Grund verhindern, können aber Vorgaben zur Art und Weise der Montage machen. Zusätzlich sind individuelle Vorgaben, etwa Denkmalschutz, Statik, Brandschutz oder die konkrete Gebäudesituation, zu beachten.
Förderungen
Grundsätzlich werden Steckersolaranlagen nicht bundesweit in Deutschland gefördert. Einige Städte und Kommunen zahlen jedoch Zuschüsse für die Anschaffung von Balkonkraftwerken. Sie können sich über die Fördermöglichkeiten Ihrer Stadt bei den örtlichen Stadtwerken oder der Stadtverwaltung informieren.
Worauf müssen Sie beim Kauf eines Balkonkraftwerks achten?
Die Bundesnetzagentur und Verbraucherorganisationen weisen immer wieder darauf hin, beim Kauf von Steckersolargeräten auf geprüfte und normkonforme Komponenten zu achten. Folgende Aspekte sollten Sie deshalb beim Kauf beachten:
- Das Balkonkraftwerk sollte die Anforderungen der DIN VDE V 0126-95 erfüllen
- Stecker, Kabel und Anschlusslösung müssen für den Einsatz in Deutschland geeignet sein
- CE-Kennzeichnung
- Der Wechselrichter sollte eine Konformitätserklärung gemäß VDE-AR-N 4105 besitzen
- Die Ausgangsleistung des Wechselrichters darf maximal 800 VA betragen
Balkonkraftwerk mit Speicher – sinnvoll oder nicht?
Ein Balkonkraftwerk mit Speicher kann sich je nach Nutzung mehr oder weniger lohnen. Besonders ratsam ist die Anschaffung für alle, die ihre Energieunabhängigkeit maximieren wollen. Herkömmliche Anlagen ohne Speicher geben den überschüssigen Strom unvergütet in das öffentliche Stromnetz ab, während Anlagen mit Speichern den überschüssigen Anteil in die Reserven des Speichersystems einspeisen. Besonders attraktiv ist das für Berufstätige, die tagsüber kaum zuhause sind. Der über die Mittagszeit erzeugte Strom wird somit gespeichert und kann abends genutzt werden.
In Bezug auf den wirtschaftlichen Nutzen sind jedoch weitere Aspekte entscheidend:
Besonders vorteilhaft ist die Maximierung der Eigenverbrauchsquote mithilfe eines Speichers. So können Sie mehr Ihres selbst erzeugten Stroms nutzen und den Bezug aus dem öffentlichen Netz reduzieren. Gleichzeitig erhöht ein Speicher die Unabhängigkeit von schwankenden Strompreisen und macht das Balkonkraftwerk auch für Haushalte interessanter, die tagsüber wenig Strom verbrauchen.
Gegen die Anschaffung eines Speichers sprechen vor allem die höheren Anschaffungskosten. Je nach System, Kapazität und Ausstattung liegen Balkonkraftwerk-Speicher häufig im Bereich von mehreren hundert bis über tausend Euro. Auch Platzbedarf, Batterielebensdauer, Garantiebedingungen, App-Steuerung und Sicherheitsfunktionen sollten vor dem Kauf berücksichtigt werden.
Ob sich ein Speicher lohnt, hängt deshalb stark vom individuellen Verbrauchsprofil ab. Besonders sinnvoll kann er sein, wenn tagsüber viel Solarstrom erzeugt, aber erst abends verbraucht wird, oder wenn mehrere Module mit höherer Gesamtleistung genutzt werden. Wer vor allem den Einstieg möglichst günstig halten möchte, kann zunächst mit einem klassischen Balkonkraftwerk starten und die Speicheroption später prüfen.
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